Professionalisierung von Pädagog*innen und pädagogischen Führungskräften durch Lernforschung mit Vignetten/ProLernen

Qualitätssicherung ist seit Jahrzehnten eine zentrale Herausforderung für die Bildungsarbeit. Standen bis dato die Leistungen der Schüler*innen und steht damit einhergehend die Frage, wie deren Lernen optimiert werden kann, im Zentrum, so rückte in den vergangenen Jahren verstärkt die Professionalisierung von Pädagog*innen und pädagogischen Führungskräften sowie die Weiterentwicklung ihrer „Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes Lernen“ in den Mittelpunkt.

Um das Lernen in heterogenen Gruppen zu untersuchen, wurde an der Universität Innsbruck die phänomenologisch orientierte Vignette als Forschungsinstrument entwickelt. Sie beschreibt in dichten Szenen die Lernerfahrungen von Schüler*innen aus nächster Nähe. Dadurch entstehen differenzierte Einblicke in das Lernen, die im Rahmen des Projekts „ProLernen“ für die Professionalisierung von angehenden Pädagog*innen  (Elementar-, Primar-, Sonder- und Berufspädagogik, Sek. I+II) und zukünftigen pädagogischen Führungskräften nutzbar gemacht werden. Die Vignette wird somit als Professionalisierungsinstrument in der Ausbildung von Pädagog*innen und pädagogischen Führungskräften an tertiären Bildungseinrichtungen (Universitäten, Pädagogische Hochschulen) sowie für Schulentwicklung (inkl. Kindergarten und andere formale Bildungsinstitutionen) und Qualitätsmanagement eingesetzt.

Ziele des Projekts:

  1. Erarbeiten einer Methodologie (IO1) für die Schulungsmodule basierend auf der Vignettenforschung;
  2. Entwickeln von Schulungsmodulen (IO2) für die Professionalisierung von angehenden Pädagog*innen  und zukünftigen pädagogischen Führungskräften in den jeweiligen Projektländern;
  3. Schulung von Multiplikator*innen (angehende Pädagog*innen und zukünftige pädagogische Führungskräfte), um Vignetten als Professionalisierungsinstrumente für die Ausbildung sowie die Schulentwicklung einzusetzen.

Verfahren zur Projektdurchführung:
Ausgehend von Publikationen zur Vignettenforschung wird von den sieben Projektpartner*innen eine Handreichung zur Vignetten-Methodologie erstellt. Auf dieser Grundlage werden gemeinsam die Schulungsmodule entwickelt. Dabei werden die folgenden Bereiche abgedeckt:

  • Universität Wien: Sekundarstufe I+II
  • Pädagogische Hochschule Wien: Berufsbildung
  • Alpen-Adria-Universität Klagenfurt: Diversität und Inklusion in allen pädagogischen Bereichen
  • Freie Universität Bozen: Elementarpädagogik
  • Leibniz Universität Hannover: Sonderpädagogik
  • Universität Westmazedonien: Primarstufe
  • Schulamt des Fürstentums Liechtenstein in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Zürich: Pädagogische Führung

Nach Entwicklung der Schulungsmodule werden diese von jeder Partnerorganisation für die Multiplikator*innen angeboten und am jeweiligen Standort durchgeführt. Im Anschluss findet eine Evaluierung der Vignetten-Methodologie statt.

Der Einsatz von Vignetten durch die Multiplikator*innen trägt zur Qualität und Gestaltung des pädagogischen Geschehens sowie der eigenen pädagogischen Tätigkeit und damit zur Professionalisierung bei. Die Schulung zur differenzierten Wahrnehmung der Lernenden und ihrer Lernprozesse durch die Vignette ermöglicht die Berücksichtigung von Diversität und fördert die Inklusion.

Im Vordergrund des Projektes stehen damit die Erarbeitung der Methodologie (IO1) und die Entwicklung der Schulungsmodule (IO2). Durch die Schulung von Multiplikator*innen soll die Vignette als Professionalisierungsinstrument an den jeweiligen Partnerorganisationen implementiert und in unterschiedlichen pädagogischen Einrichtungen eingesetzt werden.

Das Projekt zielt auf die Etablierung einer Methodologie zur Gestaltung von Qualitätsprozessen in unterschiedlichen pädagogischen Bereichen ab und implementiert dazu die Vignettenmethodologie, um die professionelle Haltung von Pädagog*innen und pädagogischen Führungskräften zu fördern. Als nachhaltiger Nutzen wird die Qualität an pädagogischen Einrichtungen verbessert und die lebenslange Lernbereitschaft von Pädagog*innen gefördert.

Dieses Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.