Kirchliche Pädagogische Hochschule Edith Stein

Die Möglichkeiten gelebte Lernerfahrungen von Schüler*innen oder auch von Studierenden festzuhalten stellen Forscher*innen immer wieder vor neue Herausforderungen. Wenn Lernen die „Hingabe an die Sachen, so wie sie sich unter bestimmten Bedingungen zeigen“ (Meyer-Drawe, 2010, S. 12) ist oder sich als „Empfänglichkeit für anderes oder [für] den anderen“ (ebd., S. 6) darstellt, so gilt es, diesen leiblichen Erfahrungen sensibel nachzuspüren.

Durch die Vignetten- und Anekdotenforschung konnte ein brauchbares Instrumentarium entwickelt werden, wodurch gelebte Lernerfahrungen von Schüler*innen in der Erfahrung der Forscher*innen festgehalten und nachempfunden werden können. 

In diesem Kontext werden Vignetten und Lektüren an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Edith Stein in der Praxisforschung beginnend im zweiten Semester der Primarstufe immer wieder eingesetzt und als Forschungswerkzeug implementiert. Diese empirische erfahrungsgeleitete pädagogisch-wissenschaftliche Grundlagenforschung stellt sich als besonders gut geeignetes Instrumentarium in den Schulpraktischen Studien dar. Darüber hinaus ist die Arbeit mit Vignetten und Anekdoten von Beginn an ein zentraler Bestandteil der Lehrer*innenausbildung für die Sekundarstufe im Verbund West. 

Josef Vögele war von Beginn an Mitforschender an der Universität Innsbruck in der Gruppe I des (FWF) geförderten Forschungsprojektes „Personale Bildungsprozesse in heterogenen Gruppen“, das von Michael Schratz geleitet wurde. Er leitet das Forschungsprojekt an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Edith Stein. 

 

Literatur

Meyer-Drawe, K. (2010). Zur Erfahrung des Lernens. Eine phänomenologische Skizze. Filosofija, 18(3), 6-17.