Leibniz Universität Hannover, Institut für Gestaltungspraxis und Kunstwissenschaft (IGK)

An der Leibniz Universität Hannover finden Vignetten seit 2018 am Institut für Gestaltungspraxis und Kunstwissenschaft Beachtung, um sie insbesondere für das Feld ästhetischer Bildung fruchtbar zu machen. Die Fülle, Vielschichtigkeit und Dynamik der Erfahrung an, mit und durch Kunst bedarf eines Reflexionsinstruments, das zum einen der Perspektivität, dem Einlassen auf Offenheit und der Abkehr von vorgefassten Bedeutungen gerecht wird und zum anderen auch die persönlichen, oft nicht mit standardisierten Verfahren zu fassenden Erfahrungen wahrnehmbar machen kann. Ästhetische Erkenntnis- und Bildungsprozesse initiieren sich insbesondere aus der Erfahrung des Berührtwerdens, der Irritation, des Staunens und Aufmerksamwerdens. Vignetten vermögen gerade diese Momente gelebter Erfahrung zu verdichten und für den weiterführenden reflexiven Zugriff zu vergegenwärtigen.

Das Potenzial des Einsatzes von Vignetten wird am Institut für Gestaltungspraxis und Kunstwissenschaft in zwei Forschungsprojekten untersucht. Im Rahmen des EU-Projekts ProLernen entwickelt ein Team rund um Agnes Bube von November 2020 bis November 2022 zum Zwecke der Professionalisierung von angehenden Pädagog*innen sowie pädagogischen Führungskräften eine Handreichung basierend auf der Vignettenmethodologie und arbeitet Schulungsmodule für angehende Pädagog*innen im Bereich der Sonderpädagogik aus. Des Weiteren kooperieren Agnes Bube und Evi Agostini (Universität Wien) seit 2018 im Rahmen des Projekts „Am Phänomen orientiert: Kunstvermittlung ‚Nah am Werk‘ und Vignettenforschung. Potenziale der Forschungen über ästhetische Bildung im wahrnehmenden Zugang“.